Felix Albrecht Harta und das österreichische Künstlerexil in England

Egon Schiele, F. A. Hta, 1916

Wenig war bisher über das englische Exil des Wiener Malers Felix Albrecht Harta (1884-1967) bekannt. In Wien zählte er um 1914 zum avantgardistischen Freundeskreis um Egon Schiele (links: dessen Bildnis Hartas), Oskar Kokoschka und Max Oppenheimer, die er gelegentlich porträtierte. In der Zwischenkriegszeit engagierte er sich als eines der führenden Mitglieder der Wiener Künstlervereinigung Hagenbund. 1939 mußte er nach England fliehen. 1950 kehrte er als einer der wenigen Künstler aus dem Exil nach Salzburg zurück, wo er wie bereits in den 1920er Jahren eng mit den Salzburger Festspielen verbunden war und sich auch im Salzburger Künstlerhaus engagierte. Sein schriftlicher Nachlass im Salzburg Museum und die neuere Fachliteratur gestatten es nun, ein detailliertes Bild seiner Jahre im englischen Exil zu zeichnen. [1]

Gekürzt erschienen in: Larry Heller und Stefan Üner (Hg.),
Felix Albrecht Harta (1884-1967). Monographie und Werkverzeichnis,
Weitra (Bibliothek der Provinz) 2027.
Zum Gesamtwerk vgl. auch die Website Harta

Flucht aus Wien

Harta war der älteste Sohn des jüdischen Textilunternehmers Moritz Hirsch und nahm als Student an der Münchner Akademie seinen Künstlernamen an. Nach dem „Anschluss“ Österreichs an NS-Deutschland war er zur Flucht aus Wien gezwungen. Vermutlich am 16. Dezember 1938 bat er den befreundeten Komponisten Wilhelm Gross, dessen Porträt er 1918 gemalt hatte und der 1934–1939 erfolgreich in England wirkte, um die nötigen Empfehlungsschreiben für die Einreise nach England. [2] Ab Jänner 1939 bemühte sich auch Anna Strauss, eine Nichte zweiten Grades von Hartas Ehefrau Elisabeth (geb. Hermann), intensiv um seine Ausreise und ein englisches Einreisvisum samt den entsprechenden Garantieerklärungen. [3] Auch die Malerin, Illustratorin und Bühnenbildnerin Margarete Berger-Hamerschlag (1902–1958) wurde um Unterstützung gebeten. Sie war bereits 1937 gemeinsam mit ihrem Mann, dem Architekten Josef Berger, der 1934–1937 im englischen Mandatsgebiet Palästina gearbeitet hatte und ca. 1940–1963 für das London City Council wirkte, nach England gezogen. [4]

Anna Strauss an ihre Schwester Lilli, Zürich, 22. 5. 1939
Anna Strauss an ihre Schwester Lilli, Zürich, 22. 5. 1939
Felix Albrecht Harta, Die Tänzerin Hilde Holger, 1939, Privatbesitz
Felix Albrecht Harta, Die Tänzerin Hilde Holger, 1939, Privatbesitz

Harta hatte Anfang 1939 in Wien bereits einen neuen (deutschen) Reisepass erworben und nach der Abpressung nahezu seines gesamten Vermögens eine Ausreisegenehmigung erhalten. In einer Serie von Porträtzeichnungen hielt er noch letzte Erinnerungen an einige befreundete Musikerinnen und Schauspielerinnen fest, darunter die Sopranistin Stella Eisner, die Choreographin Ria Thiele und die Tänzerin Hilde Holger.

1938/39: Drei Exilkunstausstellungen in London

Das Ehepaar Harta erreichte England im Juni 1939. [5] Als Flüchtling  wurden dem Maler von der Einwanderungsbehörde keine Einschränkungen auferlegt. Als Adresse wurde das Dorf Colemans Hatch in Sussex rund 60 km südlich von London registriert. [6] Noch bis 1940 versuchte Harta, in die USA weiterzureisen, wohin bereits die beiden Kinder Eva und Claudius geflohen waren. [7] Sein jüngerer Bruder Ernst (1886–nach 1972) war ebenfalls aus Wien nach England geflohen und lebte bis in die 1970er Jahre in London. Er hatte in Wien als junger Schauspieler den Künstler-Nachnamen Reinhold angenommen und war seit 1907/08 eng mit den Expressionismus-Pionieren Oskar Kokoschka und Max Oppenheimer befreundet.

Oskar Kokoschka, Der Trancespieler (Porträt Ernst Reinhold), 1909 © RMFAB, Brüssel
Oskar Kokoschka, Der Trancespieler (Porträt Ernst Reinhold), 1909 © RMFAB, Brüssel

1909 hatte er in Kokoschkas Theaterstück Mörder, Hoffnung der Frauen auf der Internationalen Kunstschau in Wien Regie geführt. Harta korrespondierte nach seinem Umzug nach Bradford und Cambridge regelmäßig mit seinem Bruder Ernst in London. [8] Zum gemeinsamen Freund Oskar Kokoschka, der seit 1938 in England lebte, können derzeit noch keine intensiveren Beziehungen dokumentiert werden, obwohl Harta einst zu seinen ersten Förderern gezählt hatte. [9]

Bereits seit 1938 warben in England einige engagierte KunsthistorikerInnen und KunsthändlerInnen aktiv für die geflüchteten KünstlerInnen. So eröffnete 8. Juli 1938 eine Gruppe um die Schweizer Kuratorin und Galeristin Irmgard Burchard in den New Burlington Galleries in London die Ausstellung Twentieth Century German Art.

Ausstellung 20th German Art, London 1938 © Tate images
Ausstellung 20th Century German Art, London 1938 © Tate images

Die Schau war als direkte Reaktion moderner Künstler auf die 1937 in München veranstaltete NS-Propagandaschau Entartete Kunst konzipiert und zeigte Werke von vielen der dort verfemten Künstler, darunter 19 Bilder von Hartas Freund Oskar Kokoschka. [10]

Ausstellung der Free German League, London 1939
Ausstellung der Free German League, London 1939

Von 20. Juni bis 3. Juli 1939 organisierte die Free German League of Culture in der Londoner Wertheim Gallery die First Group Exhibition of German, Austrian, Czechoslovakian Painters and Sculptors. Präsident der Free German League war der kommunistische österreichische Schriftsteller Hans Flesch-Brunningen, der bereits 1933 aus Berlin nach London geflohen war. An der Ausstellung beteiligte sich auch Harta nebst anderen österreichischen Exilkünstlern wie Josef Carl, Siegfried Charoux, Hugo Dachniger, Johannes Hammerschmidt und Oskar Kokoschka. Erneut war die öffentliche Reaktion positiv und trug zur Anerkennung dieser Gruppe im englischen Kunstbetrieb wesentlich bei. [11]

Bereits seit den frühen 1930er Jahren lebte die Wiener Kunsthändlerin Ala Story (Emilie Anna Maria Heyszl, 1907–1972) in London und war dort in mehreren Kunsthandlungen aktiv. 1938 hatte sie die Stafford Gallery in 13 St James Street in London gegründet. Dort eröffnete sie im November 1939 das British Art Centre. [12] Zu den Aktivitäten der Vereinigung zählten auch Ausstellungen.

F. A. Harta, Old Lodge View of the Windmill, 1939, Privatbesitz
F. A. Harta, Old Lodge View of the Windmill, 1939, Privatbesitz

So zeigte das Art Centre 1939 rund 200 Aquarelle und Zeichnungen von Exilkünstlern, darunter das Blatt Old Lodge Drive von Harta. [13]

Bericht über Ala Story, George Bernhard Shaw und die Ausstellung des British Art Centre in der Stafford Gallery, The Bystander, 22.11.1939
Bericht über Ala Story, George Bernhard Shaw und die Ausstellung des British Art Centre in der Stafford Gallery, The Bystander, 22.11.1939

Ala Story zog 1940 weiter nach New York und begann dort eine höchst erfolgreiche Karriere als angesehene Händlerin, Sammlerin und Vermittlerin der europäischen Moderne.

F. A. Harta, Evacuated Children, 1939, Standort unbekannt
F. A. Harta, Evacuated Children, 1939, Standort unbekannt

Im Sommer und Herbst 1939 malte Harta einige datierte Landschaftsbilder aus Sussex im Süden und aus Essex nördlich von London. Zu dieser Zeit entstand auch ein Bild von Kindern im Garten eines großen Wohnhauses, die zu ihrer Sicherheit und Förderung der Gesundheit aus London im Zuge der Operation Pied Piper aufs Land geschickt worden waren.

F. A. Harta, Vogelschau von Windyridge, 1939, Privatbesitz
F. A. Harta, Vogelschau von Windyridge, 1939, Privatbesitz

Harta malte zudem Landschaften und eine Bildkarte von Windyridge, wo diese Kindergruppen vermutlich auf einem Anwesen von Gertrude Guggenheim untergebracht waren. [14]

1940: Internierung als Enemy Alien

Mit dem Kriegsbeginn im September 1939 änderte sich die Situation für Österreicher in England schlagartig. Die britische Regierung musste nun befürchten, dass sich unter den Einwanderern auch feindliche Agenten befinden. Dies verschärfte sich im Mai 1940 mit der deutschen Eroberung der Niederlande, Belgiens und Frankreichs sowie dem Rückzug der britischen Truppen aus in diesen Ländern.

F. A. Harta's Internment Exemption Card
F. A. Harta’s Internment Exemption Card

Die Enemy Aliens in England wurden nun in Anhaltelagern systematisch auf potenzielle Kontakte mit feindlichen Organisationen überprüft, bevor sie wieder freigelassen wurden oder in Kanada weiterhin interniert blieben. [15] Wie die meisten anderen aus Wien geflüchteten Künstler wurde auch Harta festgehalten und von Mitte Mai bis Ende August 1940 im Lager Huyton bei Liverpool gründlichen Interviews unterzogen. Zur gleichen Zeit war auch Leo Delitz, ein weiterer Maler aus Wien, der wie Harta der Künstlergesellschaft Hagenbund angehört hatte, in Huyton interniert.

F. A. Harta, Internierte im Camp Huyton, 1940, Privatbesitz
F. A. Harta, Internierte im Camp Huyton, 1940, Privatbesitz

In den Internierungslagern wie jenem auf der Isle of Man herrschten spartanische, quasi-militärische Lebensbedingungen. In Huyton wurde es den Internierten jedoch gestattet, künstlerischen Tätigkeiten etwa in Musik- und Theatergruppen nachzugehen. Hier gab es sogar ein Camp Entertainment Comittee (C. E. C.), für dessen Programme Harta Titelblätter entwarf. Auch Leo Delitz gehörte der Gruppe an. Zu den Aktivitäten des C.E.C. gehörte etwa auch eine Parade Show, eine Mischung aus Varieté und Theater, Kabarett und Musical, das von qualifizierten Insassen geschrieben, komponiert und choreografiert wurde. [16] Eine Aufführung fand am 7. August 1940 statt. Daran beteiligten sich 19 Künstler, von denen Harta sieben in bunten Karikaturen zeichnete. Die namentliche Beschriftung der Dargestellten auf den Blättern trug wohl zum Amüsement der Internierten bei, diente aber auch der Dokumentation und der späteren Erinnerung Hartas an seine Leidensgenossen. Ein Officer in Charge of Entertainments bedankte sich am 17. August 1940 in einem Serienbrief bei den Künstlern. [17]

Hartas Künstlernetzwerk im Exil

Nach Hartas Freilassung aus dem Internierungslager am 30. August 1940 [18] zog er mit seiner Frau in die Grafschaft Bedfordshire und deren gleichnamige Hauptstadt mit rund 100.00 Einwohnern. Dort bewohnte man ein kleines gemietetes Einfamilienhaus in 41 Hill Rise im Vorort Kempston Hoo. [19]

Von Bedford aus hatte Harta weiterhin gute Möglichkeiten, seine Exilnetzwerk in England zu pflegen. Zu den rund zwei Dutzend KünstlerInnen in England aus Hartas Wiener Umfeld vor 1939 gehörten sowohl ehemalige PrivatschülerInnen als auch Freunde aus der Wiener Künstlervereinigung Hagenbund, deren Vizepräsident Harta zeitweise war. Zu den ehemaligen Hagenbund-KünstlerInnen in England zählen Leo Delitz, Bettina Ehrlich, Georg Ehrlich, Fritz Gross, Theodor Kern, Alfred Loeb, Georg Mayer-Marton, Alfons Purtscher, Nora Purtscher-Wydenbruck, Albert Reuss und Frieda Salvendy. So war ein Teil von Hartas ehemaligem Wiener Künstlernetzwerk auch in England erhalten geblieben. [20]

Frieda Salvendy, Früchtestilleben, um 1930 © the artist's estate. Image credit: University of Sussex
Frieda Salvendy, Früchtestilleben, um 1930 © the artist’s estate. Image credit: University of Sussex

Einige enge Freunde lebten sogar in relativer Nähe von Bedford und Cambridge. So wäre etwa ein besonderes Naheverhältnis Hartas zu Frieda Salvendy (1887–1965) anzunehmen, da diese bereits 1912 die private Malschule von Harta und Eder besucht hatte. Gemeinsam mit Helene Funke und Helene von Taussig zählte sie zu den mutigen Pionierinnen des Fauvismus in Österreich. [21] In den 1920er Jahren hatte Salvendy im Hagenbund ausgestellt und floh 1938/39 nach England. Dort arbeitete sie zunächst in im Künstlerdorf Mousehole in Cornwall und zog dann nach Malvern, Worcestershire, rund 200 km westlich von Bedford.

Alfred Loeb, Lux fulgebit hodie super nos, um 1930 © Kunsthandel Widder, Wien
Alfred Loeb, Lux fulgebit hodie super nos, um 1930 © Kunsthandel Widder, Wien

Der Hagenbund-Maler Alfred Loeb (1885–1945) lebte in Prinknash Abbey nahe Gloucester und Cheltenham. In Österreich hatte er für die Kirche gearbeitet und Wandbilder im Stift Heiligenkreuz bei Wien gemalt. Harta, der 1921 zum Katholizismus konvertiert war und beste Beziehungen zu Kirchenkreisen unterhielt, könnte durchaus in Kontakt mit ihm getreten sein.

Leo Delitz (1882–1966), ein weiterer ehemaliger Hagenbund-Maler, scheint ähnliche Aktivitäten wie Harta verfolgt zu haben. In London konnte er sich – wie Harta in Bedford und Cambridge – als Porträtist gehobener Gesellschaftskreise etablieren.

Theodor Kern, Café in Frankreich, 1931 © The Culture Trust
Theodor Kern, Café in Frankreich, 1931 © The Culture Trust

In Hitchin in Hertfordshire lebte der Maler Theodor Kern (1900–1969), der 1927/28 dem Wiener Hagenbund angehört hatte. Kern malte unter anderem auch ein Bild für die St. Paul’s Church in Bedford, wo Harta 1940–42 lebte. Zudem lehrte Kern an der Luton School of Art in Bedfordshire, die später von der University of Bedfordshire übernommen wurde. Am 18. April 1941 besuchten Harta und Kern gemeinsam eine „Rotary Lunch Speech“. [22]

F. A. Harta, Hilde Blumberger, 1929, Standort unbekannt
F. A. Harta, Hilde Blumberger, 1929, Standort unbekannt

Unter den Wiener DesignerInnen, die 1938 nach England geflohen waren, [23] sind in Hartas Umkreis Jacqueline Groag (1903–1986) und die oben genannte Margarete Berger-Hamerschlag zu erwähnen. Groag war Textildesignerin u.a. für die Wiener Werkstätte und hatte in Wien unter ihrem Geburtsnamen Hilde Blumberger und als verehelichte Pick einige Häuser und Wohnungen von bekannten Architekten wie ihrem späteren Ehemann, dem Loos-Schüler Jacques Groag ausgestattet. 1929 hatte Harta ihr Porträt gemalt. [24]

Zu den österreichischen Architekten im englischen Exil [25] zählen Franz Singer (1896–1954) und Fritz Gross (1895–1969). Singer hatte wie Frieda Salvendy vor 1918 in der privaten Kunstschule von Harta und Eder gelernt, bevor er zu Johannes Itten und mit diesem weiter an das Bauhaus in Weimar wechselte. In Wien betrieb er mit Friedl Dicker ein bekanntes Architekturbüro.

Fritz Gross, Stahlrohrmöbel, 1934 © galeriefunkce.cz
Fritz Gross, Stahlrohrmöbel, 1934 © galeriefunkce.cz

In diesem Wiener Ambiente hatte auch der Architekt, Designer und Maler Fritz Gross gewirkt. Er verkehrte im Umfeld von Adolf Loos und war Mitglied des Hagenbundes. Im englischen Exil lehrte er Kunst und Architektur an der Bedford School sowie in Cambridge. In beiden Städten lebte auch Harta. Nach 1945 wirkte Gross als Interior Designer, u.a. auch der Kunsthandlung Marlbororough Fine Art der Exilösterreicher Frank Lloyd und Harry Fischer in London.  [26] Viele Notizen im erhaltenen Buchkalender von Harta aus dem Jahr 1941 belegen, dass Harta in engem Kontakt mit Gross stand und ihn zeitweise fast täglich traf. [27]

Fritz Gross, Ferrantis Show Room, London, 1957
Fritz Gross, Ferrantis Show Room, London, 1957

Last not least bestanden auch über den Kunsthandel indirekte Beziehungen Hartas zur österreichischen Exilgemeinde in England.

Christian Schad, Lea Bondi, 1927 © Christian Schad Stiftung, mumok Wien
Christian Schad, Lea Bondi, 1927 © Christian Schad Stiftung, mumok Wien

Die Sammlerin und Händlerin Lea Bondi-Jaray war 1919–1938 Prokuristin und Inhaberin der Galerie Würthle, die sich in der Zwischenkriegszeit neben der Neuen Galerie von Otto Kallir-Nirenstein und der Kunsthandlung von Gustav Nebehay als wichtigster privater Handelsplatz für moderne Kunst in Wien etabliert hatte. 1932 empfahl sie die Malerin Ilse Tauber an Harta, der ihr Privatunterricht gab. [28]

1939 floh Bondi-Jaray nach England und betrieb ab 1943 in London gemeinsam mit ihrem ebenfalls geflohenen ehemaligen Teilhaber Otto Brill die St. George’s Gallery in der Grosvenor Street 81 in Mayfair.

Herbert Boeckl, Dr. Otto Brill und Sohn, 1932, Privatbesitz
Herbert Boeckl, Dr. Otto Brill und Sohn, 1932, Privatbesitz

Dort präsentierte sie nicht nur Werke österreichischer Exilkünstler wie Oskar Kokoschka und Lucian Freud, sondern auch britische MalerInnen wie Frances Hodgkins oder David Jones sowie klassische Moderne von Alberto Giacometti und André Masson. In der Galerie arbeiteten auch Brills Tochter Agatha Sadler und der später selbstständige Kunsthändler Harry Fischer.

Hartas künstlerisches Profil

Bis zu seiner Flucht nach England hatte sich Hartas Malerei von postimpressionistischen und kubistisch-futuristischen Anfängen in Paris vor 1918 über eine nachfolgende expressionistische Phase im Umkreis von Oskar Kokoschka und der Neukunstgruppe um 1920 bis zu einer sachlich-realistischen Ära um 1930 stetig und im Einklang mit dem Mainstream der Moderne weiterentwickelt.

F. A. Harta, Der Autor O. A. H. Schmitz (Schwager von Alfred Kubin), Salzburg 1918
F. A. Harta, Der Autor O. A. H. Schmitz (Schwager von Alfred Kubin), Salzburg 1918

In seiner Salzburger Zeit 1917–1922 durchlebte Harta eine kurze Aufbruchsphase, die bald mit dem Rückzug nach Wien endete. Die pittoreske Szenerie der Barockstadt an der Salzach zwischen den grünen Hügeln ihrer beiden Stadtberge und den höheren Gebirgen der Umgebung hatte Harta offensichtlich fasziniert. Eine Reihe von Künstlern und Intellektuellen, die sich rund um die Gründung der Salzburger Festspiele 1920 zahlreich in der Stadt aufhielten, porträtierte Harta wirkungsvoll vor der berühmten Stadtkulisse. Zudem arbeitete er bereits vor seiner Taufe 1921 in Salzburg häufig an sakralen Themen und mythologischen Szenen.

F. A. Harta, Cagnes-sur-mer, 1927
F. A. Harta, Cagnes-sur-mer, 1927

Danach entwickelte sich Hartas Malerei hin zu weniger expressiven, kompakteren und abgeklärteren Stimmungen. Dies zeigt sich am besten in der Bilderserie aus Cagnes-sur-mer bei Nizza, wo Harta 1927 auf den Spuren der Pariser Moderne wandelte. Viele ihrer Helden von Auguste Renoir über Moise Kisling bis Yves Klein arbeiteten dort im angenehmen mediterranen Klima und dem typischen Licht der Côte d’Azur. Hartas zahlreiche Bilder der Altstadt, einzelner Gebäude und Landschaftsausschnitte zeigen nun einen sachlichen Stil mit flächigeren und kompakteren Kompositionen sowie einem glatteren Farbauftrag als in der Salzburger Zeit.

F. A. Harta, Stillleben mit Hahn, 1938
F. A. Harta, Stillleben mit Hähnen, 1938

In den Porträts wird Harta in den 1930er Jahren zunehmend realistisch, entfaltet jedoch in den Stillleben ein freies und intensives Kolorit. Schließlich schränkten die Lebensbedingungen im Exil 1939–1950 Hartas künstlerische Freiheiten deutlich ein. In seinen „Kerndisziplinen“ der Porträt- und Landschaftsmalerei führten sie aber zu keinen grundlegenden Änderungen.

F. A. Harta, Porträt Veronica Daniell, 1943
F. A. Harta, Porträt Veronica Daniell, 1943

Durch den Verlust seines Vermögens im Zuge der Flucht aus Wien war Harta nun gezwungen, vor allem durch seine beliebte Porträtkunst die Lebenshaltungskosten für zwei Personen zu erarbeiten. Da er offenbar keinen nachhaltigen Zugang zum Londoner Kunstmarkt fand, war es ihm – anders als zuvor im Wiener Hagenbund – auch kaum mehr möglich, einem aufgeschlossenen Kunstpublikum „freie“ Sujets wie etwa expressive Landschaften, symbolgeladene Figurenbilder und Allegorien zu präsentieren. Ein intensiver Umgang Hartas in der österreichischen Exilgemeinde um Lea Bondi-Jarays St. George’s Gallery in London ist bislang nicht nachweisbar. Allgemein war der englische Kunstmarkt während des Krieges ebenso eingeschränkt wie jener in anderen Ländern.

F. A. Harta, Harlington Manor, 1943
F. A. Harta, Harlington Manor, 1943

In Hartas Exil-Œuvre lässt sich keine Rezeption der modernen britischen Malerei feststellen. Der mittlerweile fast 60-jährige Maler war in seinen künstlerischen Positionen zweifellos zu gefestigt, um sich mit den Experimenten der zeitgenössischen britischen Avantgarde um Graham Sutherland, Francis Bacon, Wyndham Lewis, Henry Moore, Paul Nash und Ben Nicholson näher zu befassen. Harta malte weiterhin gegenständlich. In den erhaltenen Kritiken seiner Ausstellungen in Bedford und Cambdrige wird meist seine Porträtkunst sowie seine färbig-luftige Landschaftsmalerei gewürdigt. Es gibt nur wenige kunsttheoretische Ausführungen Hartas, die Aufschluss über seine Avantgarde-Skepsis der späten Jahre geben. Im undatierten Text Von der malerischen Problematik analysiert er unter anderem die Farbenakkorde und die Kompositionen alter Meister wie Dürer und Rembrandt. Diese künstlerischen Prinzipien erhebt er zum allgemeinen Harmonie-Gebot in der Malerei: „Ein Bild, das dieses Gesetz übersieht, kann kein gutes Kunstwerk sein, kann höchstens interessant sein, wie Negerplastik, Totempfähle oder dergleichen mehr. Werke solcher Art sind ohne das Gesetz der göttlichen Harmonie – auch goldener Schnitt genannt – gemacht und daher als satanisch zu bezeichnen. Hier ergibt sich ein Kriterium für die Beurteilung von moderner Kunst und der gesamten abstrakten Malerei.“ [29]

1941/42: Etablierung und erste Einzelausstellung in Bedford

Nach Hartas Entlassung aus dem Anhaltelager im August 1940 war der Alltag des Ehepaars im Vorort Kempston Hoo in Bedford von zahlreichen privaten Kontakten, beruflichen Aktivitäten und Ausstellungsvorbereitungen, aber auch vom Kriegsgeschehen geprägt. [30] Ein erhaltener Buchkalender aus dem Jahr 1941 gibt darüber Auskunft. [31]

F. A. harta, Buchkalender aus dem Jahr 1941, Salzburg Museum
F. A. Harta, Buchkalender aus dem Jahr 1941, Nachlass Harta, Salzburg Museum

Nur ausnahmsweise notiert Harta darin „at home“ oder „ill“, sonst sind für nahezu jeden Tag berufliche und private Kontakte nebst einer laufenden Buchhaltung vermerkt. Man liest häufig von der Arbeit an Porträts, vom Geigenspiel, von Tisch- und Teegesellschaften mit Freunden, vielen Besuchen, aber auch Angaben zu den konkreten Kosten der Lebenshaltung. So zahlte Harta etwa für die Wohnung £ 3 Miete pro Monat sowie ca. £ 2 für ein Atelier. [32] Am 13. Dezember 1941 erhielt er einen Scheck der BBC, wohl für die Mitwirkung an einer Radiosendung. Oft werden auch Busfahrten in nahe Städte wie etwa Ely zur Besichtigung der dortigen berühmten mittelalterlichen Kathedrale erwähnt. Die nahezu täglichen Fahrten ins Stadtzentrum von Bedford dienten dem Einkauf, dem Besuch von Freunden wie dem Architekten Fritz Gross und möglicherweise auch einer bislang noch nicht näher dokumentierbaren Lehrtätigkeit. Häufig besuchte Harta in Bedford The Higgins Art Gallery & Museum. Vermutlich in seiner Wohnung erteilte Harta in dieser Zeit auch privaten Kunstunterricht. [33]

Die Korrespondenzpartner Hartas erscheinen im Buchkalender von 1941 meistens nur mit dem Vornamen, sodass kaum eindeutige Identifikationen möglich sind. Zahlreiche Briefe gehen an die Kinder Claude und Eva in den USA sowie an den Bruder Ernst in London. Umgekehrt treffen mitunter Briefe von alten Wiener Freunden wie etwa dem Wiener Kunstkritiker Arthur Roessler ein. [34] Ferner werden im Buchkalender aktuelle politische Ereignisse wie etwa eine Rede von Winston Churchill notiert. [35] Des Öfteren nimmt Harta auch an Lunches des Rotary Club teil. [36] Am 16. Juli richtet er ein Schreiben an die Bedford Police, gefolgt von weiterer Korrespondenz mit dieser Behörde.

Albert Edward Richardson, Street scene in 17th Century France © Bonhams
Albert Edward Richardson, Street scene in 17th Century France © Bonhams

Hartas wichtigster Mentor in Bedford und Cambridge war der konservative Architekt und Kunsthistoriker Sir Albert Edward Richardson (1880-1964). Richardson war ein entschiedener Gegner der Moderne [37] und lehrte als Architekturprofessor an der Bartlett School of Architecture des University College in London. Rund elf km südlich von Hartas Wohnort in Kempston Hoo besaß er ein Haus in Ampthill, Bedfordshire. Harta hatte ihn vielleicht bei Veranstaltungen des Rotary Clubs in Bedford kennen gelernt. Er besuchte Richardson des öfteren in dessen Landhaus, etwa am 10. Mai 1941,  [38] und zeichnete bald auch ein Porträt von ihm. [39] Vielleicht auf Vermittlung Richardsons wurde von 14. Mai bis 14. Juni 1941 bei den „Messrs Wells“ in der High Street in Bedford eine Ausstellung mit Hartas Aquarellen und Zeichnungen gezeigt.

Ausschnitt aus der Besprechung von Hartas Ausstellung in Bedford von A. E. Richardson, The Bedfordshire Times, 23 May 1941
Ausschnitt aus der Besprechung von Hartas Ausstellung in Bedford von A. E. Richardson, The Bedfordshire Times, 23 May 1941

Richardson nutzte die Gelegenheit, um in einer Besprechung in einer Tageszeitung auch seine eigene konservative Agenda zu betreiben. [40]

Ausstellungen 1942–1945

1942 zog das Ehepaar Harta nach Cambridge. Sein Wohnhaus in der zentrumsnahen Panton Street Nr. 32 liegt in einem bürgerlichen Stadtviertel, das großteils mit zweigeschossigen Reihenhäusern bebaut ist. Zu Fuß erreicht man in etwa 15 Minuten das Stadtzentrum von Cambridge mit der Universitäts- und Pfarrkirche St. Mary the Great, die Harta 1942 malte.

F. A. Harta, Straße in Cambridge, 1942
F. A. Harta, Straße in Cambridge, 1942

Der bekannteste Exilösterreicher in Cambridge war zweifellos der Philosoph Ludwig Wittgenstein, der 1939 bis 1947 eine Professur am Trinity College bekleidete. Mit ihm ist bislang jedoch keine nähere Bekanntschaft Hartas dokumentierbar.

Im Frühjahr 1942 gelang es Harta, in Cambridge eine Ausstellung seiner Aquarelle und Zeichnungen in der Buchhandlung und Galerie Heffer zu präsentieren. [41] Wie bei Hartas erster englischer Personale in Bedford spielte auch bei dieser Ausstellung Albert Edward Richardson eine wichtige Rolle. Während des Krieges war die Bartlett School, an der er lehrte, vorübergehend nach Cambridge gezogen, um den deutschen Bombardements zu entgehen. Richardson hielt nun die Eröffnungsrede bei der Ausstellung, in der Harta Ölbilder und Arbeiten auf Papier präsentierte. [42]

Lady Ulla und Sir William Hyde Parker, 1942, Museum der Moderne, Salzburg, und Privatbesitz
Lady Ulla und Sir William Hyde Parker, 1942, Museum der Moderne, Salzburg, und Privatbesitz

Bereits im Oktober 1942 folgte in der gleichen Galerie ein da capo. Die Kritik in den lokalen Zeitungen fiel wohlwollend aus. So schrieben etwa die Cambridge Daily News: „Ein großer Teil der Exponate sind Porträts, darunter jene von Sir William und Lady Hyde Parker, die in diesem Jahr gemalt wurden. Sie halten sich an die klassische Tradition der Porträtkunst. Sein frühestes Bild ist der Kopf eines holländischen Mädchens, gemalt 1908, und ein Selbstporträt à la Velasquez, gemalt im folgenden Jahr. Unter den Landschaften findet sich nur eine Ansicht aus Österreich sowie eine oder zwei aus Antibes. Davon hätte man gerne mehr gesehen. In der Erdgeschoßgalerie sind die Zeichnungen von Kindern, die Harta in seiner fröhlichsten Stimmung in Charakter und Ausdruck mit einer Ökonomie der Linie zeigen.“ [43]

F. A. Harta, Major Wells, 1942
F. A. Harta, Major Wells, 1942

Der Ausstellungserfolg scheint Harta auch einige neue Porträtaufträge eingebracht zu haben, etwa auch für Militär- und Polizeioffiziere wie Major Wells oder Chief Constable E. D. Robertson von der West Suffolk Constabulary. Dieser bedankte sich am 18. Juli 1942 schriftlich bei Harta für sein Porträt und sandte einen Scheck über ₤ 5 und s 5. [44] Eine dritte Ausstellung des nunmehr bestens etablierten Porträtisten Harta bei Heffer’s fand kurz vor Kriegsende von 12. bis 24. März 1945 statt. [45]

Ausstellung bei Foyles: Einladungskarte (Salzburg Museum) und Besprechung in den Westminster and Pimlico News, 28.9.1945
Ausstellung bei Foyles: Einladungskarte (Salzburg Museum) und Besprechung in den Westminster and Pimlico News, 28.9.1945

Nach dem Kriegsende und dem Sieg der Alliierten nahm der Kunstbetrieb rasch wieder Fahrt auf: Von 13. bis 26. September 1945 veranstaltete die kommunistische Exilorganisation Austrian Centre in London die Ausstellung Paintings, Watercolours & Sculptures by Austrian Artists in Great Britain. [46] Daran beteiligten sich neben Harta erneut viele seiner alten Bekannten, darunter Josef Carl, Margarete Berger-Hamerschlag, Georg Ehrlich und Siegfried Charoux.

In Sudbury, Suffolk, rund 60 km südöstlich von Cambridge, wurden am 15. und 16. Dezember 1945 zwei Benefizkonzerte für das St. Leonard’s Hospital gegeben. Harta spielte dabei Musik aus Österreich: „Professor Felix Harta, der von Frau Lissman begleitet wurde, gab bewundernswerte Studien von Schubert und Kreisler und Lady Balance steuerte einige Lieder von Liza Lehmann bei.“ [47]

Rückkehr nach Österreich

Bald mehrten sich die Pull-Faktoren einer möglichen Rückkehr Hartas aus dem englischen Exil nach Österreich. 1945 war der Maler bereits über 60 Jahre alt. Seine alten Freunde in Österreich kontaktierten ihn nun immer häufiger und einige seiner Bilder waren erneut in Wiener Galerien zu sehen. Ein namentlich unbekannter Wiener Freund berichtete 1947: „Schon 1945 hat Frau Louise Kremlacek in der Galerie der Frau Bondi Bilder von Ihnen gezeigt.“ [48] Dabei handelte es sich um die Galerie Würthle, die von der Geschäftsführerin Luise Kremlacek für die nach London geflohene Lea Bondi-Jaray geführt wurde.

Brief eines unbekannten Ferundes aus Wien an F. A. Harta, 1947, Nachlass Harta, Salzburg Museum
Brief eines unbekannten Freundes aus Wien an F. A. Harta, 1947, Nachlass Harta, Salzburg Museum

Auch in der Neuen Galerie in Wien wurden Hartas alte Kontakte reaktiviert. Die Kunsthandlung war 1923 von Otto Kallir-Nirenstein gegründet worden und fungierte in der Zwischenkriegszeit als zentraler Schauplatz der Wiener Moderne. Wie in der Galerie Würthle gab es auch in der Neuen Galerie mit Vita Künstler eine jahrzehntelang wirkende loyale Geschäftsführerin, die für Kontinuität sorgte. Sie konnte in Abstimmung mit Kallir, der nach New York geflohen war, in der NS-Zeit die Neue Galerie vorübergehend als Eigentümerin führen, 1948 an Kallir restituieren und bis 1952 weiter als Geschäftsführerin wirken. Im September 1949 zeigte sie einige Arbeiten Hartas in einer Überblicksausstellung von Galeriebeständen „aus 25 Jahren“.

Salzburger Volkszeitung, 17.6.1950
Salzburger Volkszeitung, 17.6.1950

Im Sommer 1950 zog das Ehepaar Harta schließlich zurück nach Österreich. Als Wohnort wählte man nicht das stark zerstörte Wien, das von der russischen Besatzungszone umgeben war. Harta bevorzugte seine alte Lieblingsstadt Salzburg in der US-amerikanischen Besatzungszone, wo er bereits 1917–1922 gelebt hatte und im Umkreis der Festspiele nach wie vor zahlreiche Freunde besaß. Im Juni 1950 hieß die Salzburger Volkszeitung den Maler in einem längeren monografischen Artikel willkommen. [49]

 

Anmerkungen

[1] Gabriele Koller und Oswald Oberhuber (Hg.), Die Vertreibung des Geistigen aus Österreich. Zur Kulturpolitik des Nationalsozialismus, Wien 1985; Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes (Hg.); Österreicher im Exil: Großbritannien 1938–1945, bearbeitet von Wolfgang Muchitsch, Wien (ÖBV) 1992; Peter Weibel und Friedrich Stadler (Hg.), The Cultural Exodus from Austria / Vertreibung der Vernunft, Wien (Löcker) 1993; Matthias Boeckl (Hg.), Visionäre & Vertriebene. Österreichische Spuren in der modernen amerikanischen Architektur, Berlin (Ernst & Sohn) 1995; Charlotte Benton, A different world: emigré architects in Britain 1928-1958, London (RIBA Heinz Gallery), 1995; Simone Hönigl, „Wären Sie […] einverstanden, mich zu diesem Zwecke zu zeichnen?“ Egon Schiele und Felix Albrecht Harta, in: Egon Schiele. Netzwerke und Freundschaften. Tagungsband zum 5. Egon Schiele-Symposium im Leopold Museum, Wien 2024, S. 113-132; Bernadette Reinhold (Hg.), Unwritten Biographies – Brüche und Kontinuitäten. Künstler*innen der Angewandten Wien. Fractures and Continuities. Artists of the Angewandte Vienna 1933–1955, Wien-Berlin (de Gruyter) 2026

[2] Der Brief im Nachlass Hartas ist mit 16.12.1939 datiert. Allerdings weilte Harta zu diesem Zeitpunkt bereits in England und Gross in den USA, weshalb angenommen werden kann, dass der Brief bereits 1938 an Gross gesandt wurde.

[3] Korrespondenz im Nachlass Strauss, Privatbesitz, USA

[4] Architektenlexikon des Architekturzentrums Wien, Mai 2026: https://www.architektenlexikon.at/de/43.htm

[5] F. A. Harta, Curriculum Vitae, Typoskript, Mai-August 1940, Nachlass Harta: „FAH’s family is since February 1939 in this country and selfsupporting.“ – In einer handschriftlichen Notiz auf einem gedruckten Lebenslauf schreibt Harta: „I had to leave Vienna because of some lack in ‚arian‘ ancestors though I am a  Catholic. I came over to England in June 1939. Living sinc e the life of a refugee with all ist setbacks + endurance, I am glad to live in a free country among a free people.“

[6] Enternment Exemption Card, 30.08.1940

[7] Eva Heller erreichte New York am 4.3.1939, Certificate of Arrival, Privatbesitz, USA

[8] Zahlreiche entsprechende Einträge im erhaltenen Buchkalender von 1941, Nachlass Harta, Salzburg Museum.

[9] Harta erwarb um 1910 ein Porträt von Kokoschka

[10] Lucy Wasensteiner und Martin Faass, London 1938: defending „degenerate“ art. Mit Kandinsky, Liebermann und Nolde gegen Hitler, Wädenswil (Nimbus) 2018

[11] Ausstellungskatalog First Group Exhibition of German, Austrian, Czechoslovakian Painters and Sculptors, Wertheim Gallery, London, June 1939; Ausstellungskritik in Daily News, 23. Juni 1939, S. 7: „… Kokoschka, master of the German school of expressionism, is here represented by three of his finest paintings. They dominate the show by sheer force and brillance. Max Ernst shows ‚La joie de Vivre‘; and Ernst Stern two theatre studies. Karl Nolde has painted a Children’s Theatre and a living room – both in a refugee camp. Margarete Hammerschlag’s ‚Florian‘ is a fine piece of sensitivity and skill.“

[12] https://www.geschichtewiki.wien.gv.at/Ala_Story (Mai 2026)

[13] Zeitungsausschnitt o.O. und o.D. im Nachlass Harta im Salzburg Museum.

[14] Auskunft Larry Heller, 23.4.2026

[15] Muchitsch 1992, S. 53 ff.

[16] Ebenda, S. 432

[17] Briefkopie im Nachlass Harta. Der Offizier anerkennt den positiven Korpsgeist eines „C.E.C.“ – Ein Blatt Hartas zeigt den Entwurf für ein Titelblatt einer „List of Subscriptions“ des C.E.C. mit dem Bild eines Cellospielers.

[18] Vermerk auf der Enternment Exemption Card vom 30.08.1940

[19] Adresse auf einem Leaflet mit Hartas Lebenslauf und Werk, Nachlass Harta, Salzburg Museum

[20] Hagenbund. Europäisches Netzwerk der Moderne, 1900 bis 1938, Ausstellungskatalog, Belvedere, Wien 2015

[21] Gerda Ridler, Sabine Fellner (Hg.), Wiener Moderne. Weiblich. Widerständig. Famnny Harlfinger-Zakucka und die Wiener Frauenkunst, Salzburg (Müry Salzmann) 2026, S. 174/175

[22] Eintrag in Hartas Buchkalender aus 1941.

[23] Margarete Berger-Hamerschlag, Jacqueline Groag (aka Hilde Blumberger, Hilde Pick), Fritz Lampl (Bimini), Bruno Pollock, Lucie Rie, Felice Rix-Ueno und Anna Szabo

[24] Brief von Blumberger an Harta, 1.6.1929, Nachlass Harta, Salzburg Museum

[25] Josef Berger, Ella Briggs-Baumfeld, Ernst Freud, Ernst von Gotthilf, Jacques Groag, William Kellner, Walter Marmorek, Egon Riss, Michael Rosenauer, Franz Singer und Martin Ziegler

[26] Dank für den Hinweis an Matthias Dorfstetter: https://architecture.arthistoryresearch.net/architects/gross-fritz-mai (Juni 2026);  https://www.galeriefunkce.cz/index.php?page=detail&designer=40&lang=de (Mai 2026)

[27] Beispielsweise wird am 24.3.1941 notiert: „to Bedford (…) to Gross“.

[28] Baumgartner 1991, S. 49

[29] F. A. Harta, Von der malerischen Problematik, Typoskript, Nachlass Harta, Salzburg Museum, BIB NLFH 00003, 79-80

[30] Harta musste entweder in Bedford oder später in Cambridge einen Bombenschaden seiner Wohnung erleben: W. Schaup, Zwischen Salzburg und Cambridge. In: Salzburger Volkszeitung, 17.6.1950

[31] Nachlass Harta, Salzburg Museum, BIB NLFH 0006

[32] Getrennte Einträge zu Wohnungs- und Ateliermieten im Buchkalender Hartas vom 12.5., 10.6., 7.7., 28.7., 4.8., 11.8., 25.8., 8.9., 22./23.9.,  29.9., 6.10., 10.11., 24.11., 1.12., 15.12. und 29.12.1941

[33] Darauf deuten die regelmäßig wiederkehrende Initialen E.L. in Hartas Kalender hin.

[34] 22.3.1941

[35] 9.2.1941

[36] Beispielsweise am 16.5.1941

[37] „His 1938 The Art of Architecture co-authored with Hector O. Corfiato was a reactionary last-ditch effort to espouse traditional architectural principles.“ https://arthistorians.info/richardsona/ (Mai 2026)

[38] Eintrag im Kalender buch Hartas, Nachlass Harta

[39] Baumgartner 1991 II, S. 38

[40] Albert Edward Richardson, Contemporary Art. An Exhibition of Water Colours, in: The Bedfordshire Times and Bedfordshire Standard, Bedfordshire 23.05.1941, S. 5

[41]  Watercolors and Dreaings by Prof. Felix A. Harta, Heffer Gallery, Cambridge 2.-14-2.1942

[42] C. W. S., Art Show by Austrian at Cambridge, in: Cambridge Daily News, 3.2.1942, S. 5

[43] Zeitungsausschnitt o.D., in: Cambridge Daily News, Nachlass Harta, Salzburg Museum

[44] R. H.: Artist‘s Life History. In Cambridge Picture Exhibition, in: Cambridge Daily News, Vol. LIV, No. 16,812, Cambridge 12.10.1942, S. 3

[45] Einladungskarte, Nachlass Harta, Salzburg Museum

[46] Einladungskarte im Nachlass Harta, Salzburg Museum

[47] News from Sudbury. In: Suffolk Chronicle and Mercury, 21.12.1945, S. 3

[48] N.N., Brief an Harta, 15.12.1947, Nachlass Harta

[49] W. Schaup, Zwischen Salzburg und Cambridge. In: Salzburger Volkszeitung, 17.6.1950

Autor: Matthias Boeckl

Writer, consultant, art & architectural historian